Von 1918-38 bestand auf der Mariahilfer Straße beim Westbahnhof ein Konzert- und Tanzcafé mit dem Namen Café Palmhof. Betreiber waren die Brüder Karl Pollak (1889-1943) und Otto Pollak (1894-1978), die ursprünglich aus Gaya an der Thaya stammten. Die Geschichte dieses damals äußerst populären Kaffeehauses wurde durch Enteignung und Arisierung 1938 durch die Nationalsozialisten jäh beendet. Bis dahin aber traten namhafte Künstler aus verschiedenen Musikgenres auf, es gab auch Liveübertragungen im Radio. Die Flucht der Brüder nach Gaya nützte ihnen nichts, mit der Annexion der Sudentengebiete 1938 gelangten beide in die Hände der Nazis, sie wurden nach Theresienstadt deportiert, mit ihnen Ottos Tochter Helga Pollak (1930-2020), damals achtjährig. Otto und Helga überlebten das Ghetto. Retten konnten Vater und Tochter auch ihre jeweiligen Tagebücher. Helgas Aufzeichnungen gingen als Theresienstädter Tagebuch in die Geschichte ein und sind ein überaus wertvolles und berührendes Zeitdokument. Helga Pollak, verheiratet Helga Kinsky, war in unserer Schule einige Male als Zeitzeugin zu Gast.
Die Künstlerin Heidi Schatzl hat nach dem Vorbild der historischen Leuchtreklame des Cafés eine Lichtinstallation entworfen. Sie ziert nun die Fassade in der Palmgasse und erinnert an das einst so populäre Kaffeehaus. Eine Erinnerungstafel erklärt zudem die Geschichte näher.
Die feierliche Eröffnung der Installation am 1. Oktober 2026 durfte unsere Schule musikalisch mitgestalten (3A + 3B + 5A + Chor + Orchester), unter anderem mit Liedern aus der Theresienstädter Kinderoper Brundibár und dem Terezínský marš, den uns Helga Kisnky bei einem ihrer Besuche in unserer Schule selbst noch auswendig vorsingen konnte. Helgas Sohn Eric Kinsky war auch anwesend, er lud alle 75 Leute unserer Schule auf ein Eis ein, danke! Johannes Langer (Näheres: www.koer.wien)