Home / 2014-15 / 2015-01-09 Diskussion mit Zeitzeugin Fr Helga Pollak-Kinsky 9

Helga Pollak-Kinsky - eine österreichische Holocaustüberlebende - besuchte unsere Schule und diskutierte mit der 7. und 8.ORg unter Leitung von Mag. Johannes Langer und erzählte uns über ihr Leben. Sie sagte uns, dass sie sieben Jahre alt war, als nach dem Anschluss Österreichs die Juden in Österreich verfolgt wurden. So wurde sie im 1938 bei Verwandten in Kyjov in der Tschechoslowakei untergebracht. Dort besuchte sie die tschechische Schule, so musste sie Tschechisch lernen. Ihre Eltern hatten sich inzwischen getrennt und seine Mutter emigrierte nach Großbritannien.

Der Besuch der öffentlichen Schulen wurde den Juden nach der kurzen Zeit verboten. Deswegen musste Helga bis 1941 eine jüdische Schule in Brünn besuchen. Im 1943 wurde sie mit ihrem Vater in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Da begann sie sein Tagebuch schreiben. In diesem Tagebuch beschreibt sie das Leben der Mädchen im Mädchenheim, den heimlichen Schulunterricht, peripher nur ihre Teilhabe an der Aufführung der Kinderoper Brundibár.

1944 wurde Frau Helga in das Konzentrationslager Auschwitz abtransportiert. 1945 geriet sie wieder nach Theresienstadt, wo sie mit ihrem Vater die Befreiung erlebte.

1946 übersiedelte Pollak zu ihrer Mutter nach London. Sie heiratete einen jüdischen Deutschen, der sich in der Zeit des Nationalsozialismus nach Bangkok gerettet hatte. Sie bekamen zwei Kinder, lebten in Bangkok und Addis Abeba und kehrten 1957 nach Wien zurück.

Die amerikanische Dokumentarfilmerin und Theresienstadtüberlebende Zuzana Justman drehte zwei Filme mit ihr: -Terezín Diary- und -Voices of the Children-, der 1999 einen Emmy Award erhielt. Pollak-Kinsky organisierte seit 1991 mehrere Treffen der damaligen Bewohner des Zimmers 28. Hannelore Brenner-Wonschick hat die Gruppe dokumentiert und seit 2002 szenische Lesungen Kinskys aus ihrem Tagebuch organisiert. In Brenners Buch -Die Mädchen von Zimmer 28- (2004) diente das Tagebuch als roter Faden, das Tagebuch selbst wurde 2014 kommentiert von Brenner herausgegeben.

Helga Pollak-Kinsky erhielt 2013 das Bundesverdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland. Im Januar 2014 war sie von den Vereinten Nationen eingeladen, bei der Holocaustgedenkfeier in Genf zu sprechen.

Denis Novotný

Helga Pollak-Kinsky - eine österreichische Holocaustüberlebende - besuchte unsere Schule und diskutierte mit der 7. und 8.ORg unter Leitung von Mag. Johannes Langer und erzählte uns über ihr Leben. Sie sagte uns, dass sie sieben Jahre alt war, als nach dem Anschluss Österreichs die Juden in Österreich verfolgt wurden. So wurde sie im 1938 bei Verwandten in Kyjov in der Tschechoslowakei untergebracht. Dort besuchte sie die tschechische Schule, so musste sie Tschechisch lernen. Ihre Eltern hatten sich inzwischen getrennt und seine Mutter emigrierte nach Großbritannien.

Der Besuch der öffentlichen Schulen wurde den Juden nach der kurzen Zeit verboten. Deswegen musste Helga bis 1941 eine jüdische Schule in Brünn besuchen. Im 1943 wurde sie mit ihrem Vater in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Da begann sie sein Tagebuch schreiben. In diesem Tagebuch beschreibt sie das Leben der Mädchen im Mädchenheim, den heimlichen Schulunterricht, peripher nur ihre Teilhabe an der Aufführung der Kinderoper Brundibár.

1944 wurde Frau Helga in das Konzentrationslager Auschwitz abtransportiert. 1945 geriet sie wieder nach Theresienstadt, wo sie mit ihrem Vater die Befreiung erlebte.

1946 übersiedelte Pollak zu ihrer Mutter nach London. Sie heiratete einen jüdischen Deutschen, der sich in der Zeit des Nationalsozialismus nach Bangkok gerettet hatte. Sie bekamen zwei Kinder, lebten in Bangkok und Addis Abeba und kehrten 1957 nach Wien zurück.

Die amerikanische Dokumentarfilmerin und Theresienstadtüberlebende Zuzana Justman drehte zwei Filme mit ihr: „Terezín Diary“ und „Voices of the Children“, der 1999 einen Emmy Award erhielt. Pollak-Kinsky organisierte seit 1991 mehrere Treffen der damaligen Bewohner des Zimmers 28. Hannelore Brenner-Wonschick hat die Gruppe dokumentiert und seit 2002 szenische Lesungen Kinskys aus ihrem Tagebuch organisiert. In Brenners Buch „Die Mädchen von Zimmer 28“ (2004) diente das Tagebuch als roter Faden, das Tagebuch selbst wurde 2014 kommentiert von Brenner herausgegeben.

Helga Pollak-Kinsky erhielt 2013 das Bundesverdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland. Im Januar 2014 war sie von den Vereinten Nationen eingeladen, bei der Holocaustgedenkfeier in Genf zu sprechen.

Denis Novotný